1990
BIS 1998
Sechs-Tage-Radio
SDR
3 beschritt Anfang der Neunziger neue Wege. Um sich gegenüber
der (meist privaten) Konkurrenz zu positionieren, bekam das Programm
erstmals einen Claim aufgedrückt: "Radio für den wilden
Süden". Als weiterer Schritt zur Steigerung der
Hörerbindung wurde der "Club Wilder Süden" ins
Leben gerufen.
In mehreren Städten Baden-Württembergs wurden in der Folge 'Club-Houses'
mit gläserner Front eingerichtet (so etwa im Stuttgarter
Hauptbahnhof), aus denen stundenweise live gesendet wurde. Die
Club-Houses dienten zudem zum Merchandising: Plötzlich gab es
allerlei SDR-3-Utensilien wie Feuerzeuge, Windjacken etc.
----->Programmschema
1991
Um den
Club-Mitgliedern auch im Programm eine regelmäßige Plattform
zu bieten, wurde die Sendung 'Club-Radio' ins Programm
gehoben, die von Montag bis Freitag zwischen 13.00 und 14.00
zu hören war.
----->Programmschema
1993
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Die
'Aktuellen' von SDR 3: (v.lks.) Walter.Schlagenhaufer, Ute
Drissen,
Hans-Peter Archner, Stefan Siller.
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Nach
dem durchschlagendem Erfolg der 'Top 1000x' im Jahre 1989
setzte SDR 3 den Mega-Hitparaden-Kult 1990 fort: Zusammen mit
DT 64, dem ehemaligen Jugendradio der DDR, sendete man im
August 1990 die 'Top 2000 D'. Mit dabei waren zwei Kollegen
von DT 64. Einer der beiden Moderatoren, Günther
Schneidewind, wechselte schon kurz nach der Hitparaden-Aktion
zu SDR 3, heute ist er regelmäßig auf SWR 1
Baden-Württemberg zu hören. Im August 1994 folgte
schließlich die 'Top 1000xl' in
Zusammenarbeit mit mehreren anderen europäischen
Radiosendern. ----->Mehr
zu den Mega-Hitparaden
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Im Jahre 1995
gab es auf SDR 3 noch einmal eine kleine Programmreform. Mit
'Heute im Stadion' verschwand die letzte Sportsendung aus dem
dritten Hörfunkprogramm; sie ging zu SDR 1 über. Das
sonntägliche Sportmagazin war bereits 1991 durch die 'Playtime'
ersetzt worden, die jeden Sonntag von 13.00 bis 18.00 lief.
----->Programm
'95 bis '98
Das
Programmschema vom Januar 1995 wurde in der Folgezeit nicht
mehr verändert und hatte somit bis zum Ende von SDR 3 im
August 1998 Bestand. Bereits im Jahre 1996 zeichnete sich ab,
dass eine Fusion des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart mit dem
Südwestfunk Baden-Baden unausweichlich sein würde.
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| Das Team von
SDR 3: (stehend v.lks.) Rose Gamerdinger, Thomas Schmidt,
Matthias Holtmann, Joachim Müller, Brigite Egelhaaf, Walter
Schlagenhaufer, Stefan Siller, Ulrich Szablewski, Hans-Peter
Archner, Patrick Neelmeier, Wolfgang Heim, Janet Pollock,
Michel Weber, Connie Weckert, Christian Pitschmann; (sitzend
v.lks) Günther Schneidewind, Annette Strobel, Ute Drissen,
Michael Ries, Petra Rietl.
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Als die Fusionspläne wenig später öffentlich wurden,
führte dies zu heftigen Hörer-Protesten im Sendegebiet des
SDR. Diese konnten den Vollzug letztendlich aber nicht
verhindern. Zumindest fanden sich nach der Fusion bewährte
Programm-Elemente von SDR 3 in SWR 1 Baden-Württemberg
wieder.
Die Fusion erfolgte - und zumindest das war noch einmal
SDR-3-Kult - mit einer Mega-Hitparade: 'Start ins Wildall'
nannte sich der Countdown, der von SDR 3 und SWF 3 gemeinsam
vom 23. bis 30. August 1998 ausgestrahlt wurde. Am 31. August
verschmolzen beide Programme dann zum neuen SWR 3. Ein Teil
der SDR-Moderatoren und -Redakteure wechselte nach Baden-Baden, wo das dritte
Programm nun gefahren wurde, viele blieben jedoch in Stuttgart
und moderierten in der Folge auf SWR 1 Baden-Württemberg. Zu
den 'Rückkehrern' aus Baden-Baden gehört Matthias Holtmann,
der seit 2005 ebenfalls auf SWR 1 zu hören ist.
Persönliche Anmerkung des Autors: Der 31. August 1998 war
zweifelsohne ein trauriger Tag in der Radio-Geschichte. Mit
SDR 3 verschwand ein Programm von der Bildfläche, das sich
bis zuletzt noch einen Funken Individualität bewahrt hatte. Und
sei es nur durch die kultigen Mega-Hitparaden. Die wahren Fans
von SDR 3 fanden das Programm in den Neunzigern bereits zu
glatt, sie erinnerten sich wehmütig an die späten Siebziger
und die Achtziger. Heute - viele Jahre nach dem Ende von SDR 3
- wäre man jedoch froh, überhaupt wieder ein derartiges
Programm angeboten zu bekommen. In der heutigen
Radiolandschaft Deutschlands herrscht Einheitsbrei pur: Eine
Musiktitel-Rotation von 200 Songs ist beinahe schon Standard,
der Informationsgehalt beschränkt sich meist auf maximal
dreiminütige Weltnachrichten pro Stunde. Die anfängliche
Privatradio-Aufbruchsstimmung ist Ernüchterung gewichen; vor
allem, da viele öffentlich-rechtliche Programme heute klingen
wie ihre private Konkurrenz. Hoch anrechnen muss
man es den Radiomachern im Stuttgarter Funkhaus daher, dass
sie sich mit SWR 1 Baden-Württemberg zumindest einen Teil
Vergangenheit bewahrt haben. Vergangenheit bedeutet in diesem
Fall nicht, dass hier 'ewig Gestrige' am Werk sind, sondern
dass über weite Strecken noch redaktionelle Inhalte für eine
anspruchsvolle Zielgruppe ausgestrahlt werden. Musikalisch präsentiert man
sich immer noch außergewöhnlich abwechslungsreich, auch wenn
natürlich der Anteil an Oldies aus den Sechzigern wesentlich
höher ist als im ehemaligen SDR-3-Programm. |
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