GÜNTER VERDIN SAGT SERVUS


    Er war in den Siebzigern eine der prägnanten Stimmen des dritten Hörfunkprogramms: Günter Verdin, gebürtiger Wiener, moderierte Pop am Morgen, Point, Musik Podium International und vieles mehr. Auch am 01. Oktober 1979 saß er um 06.00 Uhr morgens vor dem Mikrofon, als mit "Pop Corner" die lang erwartete, neue Ära als Vollprogramm eingeläutet wurde (siehe Foto rechts). Neben der Morgensendung Pop Corner war Günter Verdin auch im Kramladen, im sonntäglichen Schaufenster und im Wunsch-Menü zu hören. Am Sonntag, 28. September 2008, moderierte Verdin nun zum letzten Mal die Sendung "Kultur" auf SWR 4.


    Bei der Aufzählung der zahlreichen Sendungen, die im Laufe der Jahre von Günter Verdin moderiert wurden, darf man zwei echte Highlights nicht vergessen: einmal den sonntäglichen "Point-Plattentest", den er auch schon zuvor auf Südfunk 2 im Club 19 präsentiert hatte, sowie den "Kunterfunk", der eine einzigartige Mischung aus Satire und Kabarett bot. Apropos Kabarett:  Schon seit Jahrzehnten ist der Österreicher für Mathias Richling als Autor tätig und führt zudem Regie bei dessen Auftritten.

    Nach seiner Tätigkeit im dritten Hörfunkprogramm war Günter Verdin viele Jahre lang auf Südfunk 1 (SDR 1) zu hören, bevor er im November 2004 ins vierte Programm wechselte. Nun sagt das Radio-Urgestein also Servus. Allerdings hat Verdin für seine Fans noch ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk im Gepäck.

    Auf Anregung vieler Hörerinnen und Hörer ist jetzt eine CD mit den schönsten und beliebtesten Gedichten aus dem SWR4-Sonntagskonzert entstanden. Darauf zu hören ist zudem das Gesangs-Debüt von Günter Verdin. Die CD kann ab sofort im
    SWR Shop bestellt werden.


    Persönliche Anmerkung des Autors: Südfunk 3 war das Programm meiner Jugend. Deswegen war mir der Name Günter Verdin schon in den Siebzigern ein Begriff. Ich lernte damals eine Art von Radio kennen, wie man sie heute in Deutschland leider vergeblich sucht. Eine außergewöhnliche, inspirierende Musikauswahl, gepaart mit fachkundigen Informationen des Moderators, bestimmte das Programm. Und wenn Günter Verdin am Mikrofon saß, konnte man sich sicher sein, dass auch eine ordentliche Portion an Zynismus und Sarkasmus mit ins Spiel kam: ob Kommentare zum aktuellen politischen Geschehen, zum Zeitgeist, zu journalistischen oder musikalischen Fehlleistungen - Günter Verdin brachte die Sache stets optimal und vor allem auch originell auf den Punkt. Dazu rief er so "nette" Rubriken ins Leben wie "Ich und der Bundeskanzler", "Wo drückt Sie der Schuh, wir drücken zurück", das "Fanta-Du-Spiel" (für Leute, die mit der Fantasie auf Du-und-Du stehen), "Das goldene Schreibmaschinen-Farbband" oder auch die "Saure Zitrone". Nachdem ich Günter Verdin Anfang der Achtziger persönlich kennen lernen durfte, verfolgte ich natürlich seine Sendungen noch aufmerksamer als zuvor. Als er vom dritten ins erste Hörfunkprogramm wechselte, war das für mich ein drastischer Verlust. Vor allem, weil er fortan auch etwas "gemäßigter" auftrat als zuvor. Bis heute geblieben ist aber die Erinnerung an viele herrliche Radio-Jahre mit seiner Stimme auf Südfunk 3. Vielen Dank, Günter Verdin.

    www.guenter-verdin.de

     Günter Verdin in "Der Jäger von Fall" (YouTube)