PROF. DR. FRIEDMAR LÜKE VERSTORBEN                             

Prof. Dr. Friedmar Lüke, der zehn Jahre die Hörfunkdirektion des Süddeutschen Rundfunk (SDR) leitete, ist am 01. Februar 2012 im Alter von 79 Jahren in Kirchheim/Teck gestorben. Der gebürtige Bremer gilt bis heute als "Vater des dritten Hörfunkprogranmms". Unter seiner Regie wurde in den Siebzigern die erfolgreiche Ära als Pop- und Rockprogramm eingeläutet. Lüke war außerdem ein Verfechter des kritischen Journalismus - eine Passion, die sich in den häufig sehr kritischen Wortbeiträgen von SDR 3 deutlich widerspiegelte. SWR Intendant Peter Boudgoust würdigte den ehemaligen SDR-Hörfunkdirektor: "Friedmar Lüke war ein Hörfunk-Pionier. Mit 'Südfunk aktuell' hat er eines der ersten aktuellen Politik-Magazine im Hörfunk aus der Taufe gehoben und in den 70ern mit 'Südfunk3', dem späteren SDR3, das Zeitalter der Popwellen mit eingeläutet."

1959 volontierte Friedmar Lüke im Südwestfunk (SWF) und arbeitete anschließend als Reporter, Redakteur und Kommentator. Später leitete er stellvertretend die Abteilung Zeitfunk, ab 1969 das 1. Hörfunk-Programm des SWF in Baden-Baden. 1970 wechselte Friedmar Lüke zum SDR nach Stuttgart, wurde "Chef Aktuell Hörfunk" und 1974 Sendeleiter. Mitte der 70er Jahre erwarb sich Lüke große Verdienste beim Auf- und Ausbau des Hörfunks. Friedmar Lüke entwickelte die erfolgreiche Popwelle SDR3, die bis 1998 das Pop- und Jugendradio des SDR war. 1987 wurde Friedmar Lüke Programmdirektor Hörfunk beim SDR. In diesem Jahr übernahm Lüke auch die Leitung der "Schwetzinger Festspiele", die er bis zu seiner Pensionierung 1997 innehatte.

Lüke habe 'Südfunk3', dem späteren SDR3, das Zeitalter der Popwellen mit eingeläutet, so SWR Intendant Peter Boudgoust. Damit habe er auch einen Grundstein gelegt für SWR3, der bis heute erfolgreichsten Popwelle in Deutschland. "Er hat Talente erkannt und ihnen Freiraum gelassen für Experimente, für Neues. Und noch heute erinnern sich viele Kolleginnen und Kollegen in unserem Sender voller Dankbarkeit an ihren früheren Chef", so Boudgoust weiter.

Nicht zuletzt fand Lüke auch im "Frauenarzt von Bischofsbrück" seinen Platz: als legendärer RadioBB-Redaktionsleiter Dr. Adalbert Fehler mit unvergleichlichem "norddeutschen Charme".



Friedmar Lüke.(lks.) mit
G. Verdin und H. Arnold